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Medientraining


Informationen in Krisenzeiten

Ein Grund für das breite Interesse an Krisen-PR liegt sicherlich in der Allgegenwart von Krisen. Die Symptome einer Krise sind immer vergleichbar. Ganz gleich, was vorgefallen ist, es entwickeln sich immer ähnliche Reaktionen in den betroffenen Unternehmen. Krisensituationen machen deutlich, was Kommunikation leisten kann.

Krisenprävention

Die beste Krisenprävention ist grundsätzlich eine langfristig angelegte Kommunikation. Vertrauen aufbauen, egal bei welcher Zielgruppe, braucht Zeit. Jedes Unternehmen muss mit einer kritischen Haltung der Öffentlichkeit rechnen. Zielgruppen, mit denen sich die Unternehmensleitung auseinandersetzen muss, wie Lokalpolitiker, Banken, Zulieferer und viele andere mehr müssen in ihrem Umgang mit dem Unternehmen eben diese kritische Haltung aufgreifen oder zumindest berücksichtigen. In einer Krisensituation sind die Geschäftspartner häufig sehr schnell dabei, sich öffentlich von dem betroffenen Unternehmen zu distanzieren.

Die kritische Einstellung der Öffentlichkeit zu kennen, zu verstehen und zu akzeptieren ist die kommunikative Aufgabenstellung für jedes Unternehmen. Dieses Wissen um und Verständnis für die Wünsche der Öffentlichkeit muss kommuniziert werden. Nur so kann Vertrauen aufgebaut werden. Wenn Verantwortungsbewußtsein und Anteilnahme kommuniziert werden, ist der wichtigste Teil der Krisenprävention geleistet.

Ein Krisenpräventionsprogramm beinhaltet fünf Stufen:

    1. Stärken- und Schwächenanalyse des Unternehmens.
    2. Verfolgen der öffentlichen Meinung.
    3. Vorbereitung eines Krisenhandbuchs.
    4. Krisenübung mit den Mitarbeitern.
    5. Kontinuierliche Kommunikation mit den Zielgruppen, die für das Unternehmen wichtig sind.

Krisenmanagement

Eine Krise zu managen, unterscheidet sich vollkommen vom normalen Geschäftsablauf. Statt Ordnung herrscht Chaos, statt Systematik Kontrollverlust, statt Zugänglichkeit öffentliche Diskussion. Entscheidungen können nicht überlegt auf der Basis von soliden Informationen getroffen werden, sondern müssen eher intuitiv aufgrund fragmentarischer oder sogar unzuverlässiger Daten gefällt werden. Dieser Druck ruft Krisensymptome hervor:

    1. Schock.
    2. Mangel an Information.
    3. Eskalation der Ereignisse.
    4. Kontrollverlust.
    5. Intensive Nachforschungen von außen.
    6. Beginn der Belagerungsmentalität.
    7. Panik. Kurzfristige Perspektiven.

All diese Stufen treten ein, selbst bei noch so guter Vorbereitung. Mit diesen krisentypischen Phasen muss man aber vertraut sein, nur so lernt man damit umzugehen. Was auch immer passiert, die Kommunikation darf nicht abreißen.

Die Herausforderung für das Management in Krisensituationen wie auch generell lautet: Verantwortung übernehmen, verantwortlich handeln und auch so gesehen werden. Dies verlangt eine feinfühlige und ehrliche Einschätzung und Bewertung der Schwächen des eigenen Unternehmens zusammen mit der Entwicklung einer Strategie, wie mit diesen Schwächen im Krisenfall umzugehen ist.


News, damit die Volksseele nicht kocht

Stehen in Ihrem Unternehmen Entlassungen an oder müüssen Sie der Öffentlichkeit eine andere unangenehme Botschaft überbringen, sind dies Herausforderungen, denen Sie sich als Chef persönlich stellen müssen.

Als Grundsatz gilt hier: Schenken Sie reinen Wein ein. Sie sind verpflichtet, Ihren Mitarbeitern und der Öffentlichkeit eine klare Sicht der Dinge zu geben, so dass sie auch verstanden werden.

Natürlich werden Sie nie alle Unternehmenspläne gegenüber dem breiten Publikum offenlegen können. Doch es lohnt sich, die folgende Regel zu beachten: 
In der Krise sollte nur so viel wie nötig verbreitet werden. Nie soll gelten: Überschwemme die Öffentlichkeit mit Informationen.

Denn ein Zuviel an Information kann oft mehr Schaden als Nutzen anrichten; nämlich dann, wenn der Sachverhalt so komplex ist, dass er vom Publikum nicht mehr aufgenommen und richtig eingeordnet werden kann.

Dies bedeutet nicht, dass Sie die Probleme bagatellisieren und die Leute auf billige Weise vertrösten sollen. Denn dann beginnt früher oder später der Volkszorn zu kochen und die öffentliche Stimmung richtet sich gegen Sie und das Unternehmen. Um dies zu vermeiden, können Sie beispielsweise die Ankündigung eines Lohnabbaus - mit ihm soll ein Personalabbau verhindert werden - wie folgt einleiten:

"Liebe Mitarbeiterinnen, liebe Mitarbeiter. Ich bin mir bewusst, dass Sie sich Sorgen um Ihren Arbeitsplatz machen. Genau so geht es mir auch. Aber wir müssen jetzt einen kühlen Kopf bewahren und das Richtige tun. Die Lage unserer Firma präsentiert sich wie folgt: ..."

Diese Eröffnung erzeugt Verständnis für die Situation. Und wenn Sie verstanden werden und man Ihnen Sympathie, respektive Wohlwollen entgegenbringt, kommen Sie besser über die Runden. Die Rede können Sie beenden, indem Sie beispielsweise sagen:

"Ich bin überzeugt, dass Sie sehen, dass wir alles Menschenmögliche getan haben, um unsere Firma und damit Ihre Arbeitsplätze zu retten. Es ist nun unsere gemeinsame Aufgabe hier weiterzufahren. Ich zähle auf Ihre Solidarität und danke Ihnen."




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