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Medientraining


Rhetorik: Nicht nur Inhalt ...

Wie kommt die Persönlichkeit rüber?

Nachdem Sie dem Fernsehen ein Interview gegeben oder eine Rede vor Publikum gehalten haben, werden Sie im Anschluss daran von den Zuhörern immer zuerst als Person beurteilt. 

Viel wichtiger ist die Persönlichkeit des Interviewten, des Redners. Welche Kleidung hatte er an? Lispelte er? Wirkte er steif oder locker?

Solche Punkte bleiben in dauernder Erinnerung. Was der Interviewte gesagt hat, geht hingegen bald wieder vergessen.

Rhetorik ist ein zweischneidiges Schwert: Einerseits kann die Beherrschung von rhetorischen Stilmitteln heissen, sich klar auszudrücken, die Zuhörer überzeugen, begeistern, beeinflussen. Gleichzeitig kann es aber auch bedeuten, mit geschliffener Zunge Unwahrheiten ins beste Licht zu rücken und die Zuhörer zu manipulieren.

Wie gelingt es Ihnen, die Zuhörer echt zu überzeugen?

Was ist zu tun, damit nicht der Eindruck entsteht, manipuliert zu werden? Auch wenn es auf den ersten Blick eigenartig klingen mag: Versuchen Sie nicht, rhetorisch absolut perfekt zu sein. Denn perfekte Rhetorik schafft Distanz und Ablehnung, vor allem bei einer intelligenten, über eine differenzierte Wahrnehmung verfügende Zuhörerschaft. Bei dieser weckt der perfekte Redner Misstrauen und sogar Aggressionen. Alles, was unecht, künstlich oder angelernt ist, erzeugt eine negative Wirkung.

Deshalb: Stehen Sie zu ihrer Persönlichkeit, vermeiden Sie alles Unechte, nämlich was nicht zu Ihnen passt. Nur so sind Sie glaubwürdig.

Sogar Fehler dürfen Sie machen. Damit bieten Sie dem Zuhörer die Möglichkeit zur Identifikation. Deshalb gilt: Der Redner ist dann souverän, wenn er zu seinen Fehlern steht.

Checkliste
Was wirkt überzeugend?
  • natürliches Verhalten
  • Spontaneität
  • Zeigen von Gefühlen
  • natürliche Mimik und Gestik
  • normale Sprechweise
  • kurze einfache Sätze
  • kleine rhetorische Fehler

 

Was wirkt 
ablehnend?
  • künstliches, affektiertes Verhalten
  • zu starke Selbstkontrolle
  • kontrollierte Emotionen
  • einstudierte Mimik und Gestik
  • überrissene und zu geschraubte Sprechweise
  • lange, gedrechselte Sätze
  • perfekte Rhetorik

 


Seien Sie authentisch. Verleugnen Sie nichts, was mit Ihnen zu tun hat. Akzeptieren Sie, was prägend auf Sie eingewirkt hat: Herkunft, Kindheit, Elternhaus, Ausbildung (aber auch Ausbildung, die fehlt!). Das bringt Sie dem Publikum näher!

Denn zuerst verkaufen Sie sich selbst als Referent, als Interviewgast. Erst in zweiter Linie interessiert der Inhalt dessen, was Sie sagen. Dies klingt hart, trifft aber zu. Ein Redner, der sich nicht verkaufen kann, überzeugt nicht, selbst wenn er die besten Argumente auf seiner Seite hat. Oder umgekehrt: Jemand, der beim Publikum ankommt, kann sich sogar erlauben, einmal etwas schwächere Argumente vorzubringen. Denn man findet ihn sympathisch. Und es fällt schwerer, sich der Argumentation zu verschliessen.
































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