Das
TV hat den Menschen verändert
Die
heute Dreissig- bis Vierzigjährigen sind mit dem
Fernsehen gross geworden. Sie sind ungeduldige
Zuschauer. Kurze Features, knappe Spots sind für Sie
der Normalfall. - Und das Fernsehen richtet sich
danach: Die ersten 20 Sekunden sind entscheidend. In
dieser Zeitspanne muss alles gesagt sein - ansonsten
zappen die Zuschauer weiter.
Der
Konkurrenzkampf zwischen den Fernsehstationen ist
hart. Deshalb senkten sie in den vergangenen Jahren
das sprachliche Niveau - vor allem der Wortsendungen
wie etwa der Tagesschau - massiv. Untersuchungen aus
den USA zeigen, dass vor fünf Jahren das Verständnisniveau
eines 20 bis 30-jährigen notwendig war, um den News
folgen zu können. Heute liegt das Anspruchsniveau für
Nachrichtensendungen in den USA auf demjenigen eines
12-jährigen. Ansonsten, so befürchten die TV-Macher,
würde abgeschaltet.
Diese
Erkenntnisse der Medienprofis haben Konsequenzen für
Sie als Redner: Werden Sie als Interviewgast ins
TV-Studio gebeten, so achten Sie in Ihren Voten
darauf, dass Sie die Sprache der Zuhörer sprechen.
Also:
Sprechen Sie in kurzen, direkten Sätzen.
Denn
selbst wenn Sie die klügsten Botschaften vertreten,
so hilft es Ihnen nichts, wenn Sie nicht verstanden
werden. Die Kurzform wird verstanden. Langatmige Ausführlichkeit
wirkt umständlich und erzeugt Misstrauen.
Wecken
Sie Emotionen.
Ein
sichtbares, persönliches Engagement ist unabdingbar.
Ihr Gesichtsausdruck muss die totale Betroffenheit,
die innere Ergriffenheit signalisieren. Sie müssen
sich total identifizieren mit dem Inhalt dessen was
Sie sagen wollen. Sie müssen Ihre Adrenalinschübe
dem Publikum förmlich sichtbar machen. Denn die Leute
wollen einen Redner erleben der für seine Sache kämpft,
der glaubwürdig ist.
Denn:
nichts
reizt ein jüngeres und kritisches Publikum mehr, als
ein Redner der distanziert und überlegen wirken will.
Schnell wird ein solches Verhalten als Arroganz
ausgelegt.von Ihrer Umwelt verstanden werden.
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